Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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Auf einmal wurde es lebendig in der Zelle. Weckte die eindringende Morgenhelle die Vögel auf oder hatten die Thiere die Stimme ihres Herrn gehört und erkannt, in dem Kaſten, der bis dahin ſtill und ſtumm in ei⸗ nem Winkel geſtanden hatte, wurde es auf einmal laut und immer lauter. All das befiederte Gethier, das darin war, begann zu ſingen, zu zirpen, zu zwitſchern, zu ſchreien, die Flügel zu ſchlagen, hin und her, auf und nieder zu ſpringen, zu fliegen, zu flattern. Es war ein Höllenlärm.

„Ach, Herr Jeſus, meine Thiere, meine lieben Thier⸗ chen!“ rief der Thüringer, und keine Gewalt der Erde hätte ihn von der Zelle fortgebracht.

Er riß die Thür auf, ſtürzte zu ſeinen Thieren, ſeinem Kaſten.

Der Lärm wurde toller, wenn es möglich war.

Und in dem tollen Lärm kam die Berſerkerwuth über den frommen Bruder Servatius. Er hörte nichts mehr. Sehen konnte er in der halb dunklen Zelle ohnehin nicht.

„Infamer Spitzbube! Halunke! Habe ich Dich?“

Er hatte mit kräftigen Fäuſten den Vogelhändler von hinten gepackt; er wollte ihn niederreißen, Der Vogelhändler war ein höflicher Menſch.