Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

152

nur durch das kleine Oellämpchen darin matt er⸗ leuchtet. Draußen auf der Straße herrſchte noch das halbe Dunkel der Nacht. Der Bruder Pförtner hatte trotzdem etwas erkannt.

„Heiliger Franciscus von Aſſiſi, da ſteht einer aus unſerm Orden vor der Pforte!“

„Der Vogelhändler!“ rief der Bruder Servatius „Mein Betrüger! Mein Dieb!“

Er hielt den Pförtner zurück, der hinaus wollte, um zu öffnen.

„Einen Augenblick, Bruder Pförtner. Mir fällt etwas ein. Der Kerl muß den Simon machen, das ſoll ſeine Strafe ſein.“

„Seid Ihr toll, Bruder Servatius? Dazu darf kein Menſch gezwungen werden.“

„Wir wollen ihn ja auch nicht zwingen.“

„Was wollt Ihr denn mit ihm?“

„Hört mir zu, Bruder Pförtner. Ihr bringt ihn nicht hierher. Ihr führt ihn in die Kammer hinter der Küche und ſagt ihm, ſeine Vögel und ſeine Klei⸗ dung ſollten ihm dahin geſchafft werden. Dann ſchließt Ihr ihn darin ein und das Weitere überlaßt Ihr mir; ich werde ſchon mit ihm fertig werden.“

Der Bruder Servatius hatte auch ſeine Liſten auf ſeine Weiſe. 3