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Leonidas Stapelmann trommelte an den vergitterten Fenſterſcheiben und ſang dazu:
„Es ritten drei Reiter zum Thore hinaus!“
„Singe nicht zu früh, Leonidas Stapelmann!“ rief ihm mit ſeinem finſtern Hohne der Schließer zu. „Du kennſt das Sprichwort von den Vögeln, die zu früh ſingen.“
„Bah, es gilt vom Morgen, und wir haben Abend.“
Dann wurde der Großſprecher doch ernſthaft.
„Peter Knauſt, laß uns im Ernſt ſprechen. Willſt Du von der Sache nichts mehr wiſſen?“
„Mich dünkt“, erwiderte der Pförtner, „ich habe es Dir ſchon deutlich genug geſagt.“
„Aber, beim Zeus, was haſt Du denn?“
„Ein Gewiſſen.“
„Du biſt ein Narr!“
„Und dann noch eins, Ivachim.“
Leonidas ſagte er nicht. Er ſchien auf einmal ein anderer Menſch geworden zu ſein, der alte finſtere Mann, ſeine Stimme klang weich.
„Sieh, Joachim, ich bin jetzt tief in den Sech⸗ zigen. Ich war neunzehn Jahre alt, als die preußi⸗ ſchen Werber mich aus meiner Heimat fortſchleppten. Ich habe ſeitdem mein Vaterhaus, meine Aeltern, meine
Geſchwiſter nicht wiedergeſehen; ich habe keinen Ver⸗ 16*


