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Die Cholera kannte man damals noch nicht; ſo ent⸗ ſetzte man ſich nicht über die Nachricht des Schließers.
„Wird ſchon wieder beſſer werden“, ſagte der Unter⸗ offizier.
Und er ließ den Pater aus der Feſtung.
Dem Pater Vitalis mochte es nach den ſchweren Erfahrungen, die er gemacht hatte, leichter ſein, als die Feſtung hinter ihm lag. Er eilte die Anhöhe hinunter, traf im Walde den Bruder Servatius.
„Sie kommen allein, Pater Vitalis?“
„Der Vogelhändler bekam Bauchgrimmen und mußte zurückbleiben.“
„Und mein Habit?“
„Er bringt es morgen zurück.“
„Und ſeine Vögel?“
„Er wird ſie morgen abholen.“
„Und der Müller?“
„Er war nicht zu finden.“
„Aber, Herr Pater, wie kann ich in dieſem Anzuge und mit den Vögeln in das Kloſter zurückkehren?“
„In der Nacht, Bruder Servatius, ſind alle Katzen grau, und die Vögel ſingen nicht.“
Damit ſetzten ſie langſam durch den Wald ihren Weg fort, um erſt im Dunkel des Abends die Land⸗
ſtraße zu erreichen, die zu ihrem Kloſter zurückführte. Temme, Die Erbgrafen. II. 12


