Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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„Das iſt ein Menſch, der wegen Mordes zu hun⸗ dert Knutenhieben, das heißt alſo zum Tode durch die Knute verurtheilt, aber vom Kaiſer unter der Be⸗ dingung begnadigt iſt, daß er zeitlebens Gefangener bleibt, um die Knutenſtrafe an Andern zu vollziehen. Ein ehrlicher Menſch in Rußland, ſelbſt der niedrigſte Leibeigene, ließe ſich lieber zu Tode prügeln, als daß er die Dienſte eines Knutenmeiſters verrichtete. So iſt mein Freund Peter Knauſt Schließer hier. Hier⸗ her kam er, weil hier mehrere ſehr gefährliche Staats⸗ gefangene verborgen gehalten werden, für die man eines ganz beſonders zuverläſſigen Wärters bedarf.“

„Und wie erträgt der alte Mann ſein Loos?“ fragte der mitleidige Pater.

Wie ein Tyrann, der an der Kette ſeiner ver⸗ biſſenen Wuth liegt.“

„Das heißt?“

Leonidas Stapelmann wollte erzählen.

Der finſtere Schließer kehrte aus dem ſchwarzem Gefangenhauſe zurück.

Er kam mit einem kleinen, freundlichen Männchen in der grau und gelben Kleidung der Baugefangenen der preußiſchen Feſtungen.

„Ich werde Sie jetzt dem Herrn Commandanten melden“, ſagte er zu dem Pater Vitalis.