„Gehen wir!“ ſagte er ruhig. Und Leonidas Stapelmann ſprach treuherzig:
„Das iſt brav von Ihnen, Herr Pater. Sie trauen mir. Sie ſollen morgen erfahren, daß Sie es für eine gute Sache gethan haben.“
Die Beiden ſchritten dem Thore der Feſtung zu.
Die kleine Berg⸗ und damals noch Grenzfeſtung war mitten im Frieden verſchloſſen und bewacht, wie mitten im Kriege. Es war allerdings Grund dazu vorhanden. In ihren Mauern lag erſtens ein halbes Dragonerregiment, und man hatte gerade diejenige Hälfte des Regiments hierher verlegt, der nicht zu trauen war, die nämlich aus gewaltſam, meiſt im Aus⸗ lande geraubten Leuten und in aller Herren Länder zuſammengeworbenem Geſindel beſtand, alſo aus einer Mannſchaft, die man fortwährend, wenn ſie nicht ſammt und ſonders und mit Sack und Pack deſertiren ſollte, unter ſtrengſter Aufſicht halten mußte. Das war nir⸗ gends leichter als in einer ſolchen kleinen verſchloſſenen Feſtung. Außerdem diente der Sparrenberg als Zucht⸗ haus, und zwar für ſolche ſchwere Verbrecher, die nicht zu einfacher Zuchthausſtrafe ſondern zu der ſogenannten Feſtungsbaugefangenſchaft, einer mit den ſchwerſten und ekelhafteſten gemeinen Arbeiten verbundenen
Strafe, verurtheilt waren. Endlich, ſo hieß es wenig⸗


