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eingenäht war. Das einfache weiße Kreuz auf dem ſchwarzen Kleide vermochte doch die hohe, würdige Ge⸗ ſtalt noch zu heben.
Er reichte mit ſeiner milden Freundlichkeit dem Mädchen die Hand.
„Habe ich Sie unangenehm überraſcht, Made⸗ moiſelle?“
„Nein, nein“ ſagte Evchen.
„So erlauben Sie mir zu allererſt, daß ich einen Blick in dieſe herrliche Natur werfe.“
Er ſchaute über den See nach dem Schloſſe Werden⸗ burg, von dieſem nach der Schwalenburg, nach dem alten hohen, dunklen Thurme neben ihr; er ſchaute weiter, er ſchaute zurück nach der Schwalenburg, wie vorhin Evchen.
Die Augen waren ihm feucht geworden.
„Darf ich bitten, daß wir uns ſetzen?“ ſagte er.
Evchen ſetzte ſich auf die Bank in der Laube.
Er ließ ſich neben ihr nieder.
Er bedeckte mit beiden Händen ſeine Augen. Er ſaß lange ſo. Als er aufblickte, hatte ſein Geſicht wieder die volle milde Ruhe.
„Sie haben immer hier gelebt?“ fragte er dann das Mädchen.
„Meine Heimat iſt hier“ antwortete Euchen. „Ich bin drüben auf der Schwalenburg geboren.“


