Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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Und Evchen?

Ein hoher Jüngling ſtand vor ihr, in ſeinem ganzen Weſen Ariſtokrat, Ariſtokrat von Geburt, von Erziehung, aber in dem Flänzenden Auge die Schwärmerei eines reinen Herzens, das Glück des Wiederſehens und — doch die Liebe las das verſchämte, verlegene Eochen in ſeinen Augen wohl nicht.

„Herr Graf Leopold, Sie —“

Weiter konnte Eychen nichts hervorbringen; das Herz klopfte ihr, die Lippen verſagten ihr den Dienſt. Der junge Graf fiel ihr ins Wort.

„Herr Graf? Evchen, bin ich Dir nur das ge⸗ worden?“

Da mußte ſie doch rufen:

„Nein, nein, Du —“

Freilich mehr in dieſem erſten Augenblicke nicht.

Aber wenige Minuten nachher beſtand keine Schranke der Etikette und Verlegenheit mehr zwiſchen ihnen, und die zwei Jahre ihrer Trennung galten ihnen wie zwei Tage.

So war es auch noch im nächſten dritten Jahre.

Aber der deutſche vornehme Adel hatte zu jener Zeit eine heilloſe Sitte, die von der alle Welt be⸗ leckenden Cultur ſeitdem weiter nach Oſten getragen iſt.

Was auf den deutſchen Univerſitäten an den jungen