es nicht ſchaden könne, wenn er ſie wiederbekäme. Ich hatte gedacht, ein Jahr Haft, namentlich wenn er in dem ganzen Jahre von mir nichts höre, werde ihn auf beſſere Gedanken über unſer Verhältniß bringen, und er werde es aufgeben, mit mir ferner zuſammenleben zu wollen. Aber ich will Dir nachgeben, Onkel Florens. Gisbert ſoll frei ſein, wenn er Dir ſein Ehrenwort gibt, mich nicht aufſuchen, mir auch nicht ſeinen Dank ſagen zu wollen.“
Sie ſprach die Worte mit ihrer verzweifelten Ent⸗ ſchiedenheit; ſie ſah mich herausfordernd an.
„Gisbertine, muß ich für Deinen Verſtand fürchten?“ fragte ich ſie.
„Wie Du willſt, Onkel.“
„Du haſt keine andere Erklärung?“
„Nein.“
„Alle Teufel“ — ja, Madame, ich fluchte — „es wird wahrhaftig keines Menſchen Ehrenwort nöthig ſein, um eine Närrin, eine herzloſe Närrin, wie Du biſt, zu meiden, wie man die Peſt meidet. Wäre ich Dein Mann, ich flöhe vor Dir bis an das Ende der Welt. Ich gehe zu Gisbert. Wirſt Du mir ein Zettelchen geben, daß ich zu ihm gelaſſen werde?“
„Der Onkel Steinau wird es Dir ſchreiben“
„Und dann habe ich noch eine Bitte, Gisbertine.
Mit Gisbert iſt ſein Freund Mahlberg verhaftet —“


