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„Nein!“ ſprang ſie auf.
Der Domherr zog ſie auf ihren Sitz zurück und fuhr ruhig fort:
„Seine Ehre leidet es nicht, daß die Ehre ſeiner Frau angegriffen werde. Da bleibt ihm kein anderes Mittel.“
Auch die Frau war wieder ruhig.
„Herr Domherr“ ſagte ſie, „ich bin die Schuldige; ich allein will es bleiben. Sagen Sie das meinem Mann.“
„Sie haben keine andere Antwort an ihn?“
„Niemals! Ich ſchwöre es.“
„So kann aus der Scheidung nichts werden. Denn er beharrt ebenſo feſt darauf, daß er vor Gericht der ſchuldige Theil ſein will.“
Die Frau ſchwieg. Sie verſank in tiefes Nachſinnen.
„Sie antworten mir nicht?“ fragte der Domherr.
Sie hatte noch keine Antwort.
„Sie wollen alſo nicht von ihm geſchieden werden?“
fuhr er fort.
Ein Strom von Thränen war die Antwort der Frau. „Beſinnen Sie ſich“ ſagte der Domherr. „Ihr Mann
ſchickt mich zu Ihnen, das Nähere über die Scheidung mit Ihnen zu verabreden. Ueberlegen wir das; das Er⸗
wägen der Mittel ſtellt den Zweck klarer heraus. Damit


