Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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„Keine Umſtände!“ rief der Domherr. „Oder ſoll ich ſelbſt ausſteigen und Sie hereinholen?“

Sie machte keine Umſtände mehr.

„Und hierher an meine Seite!“ ſagte der Domherr. „Du ſetzeſt Dich auf den Rückſitz, Gisbert.“

Auch das mußte ſo geſchehen.

Als der Wagen dann weiter fuhr, beantwortete der

Domherr die Frage ſeines Neffen. Aber noch nicht ſo⸗

gleich.

„Mein Neffe Gisbert von Aſchen“ ſtellte er zuerſt dieſen dem Mädchen vor.

Und darauf ſagte er: „Mamſell Henriette Brand, Kellnerin in der Dahlheimer Sägemühle und —“

Dem jungen Freiherrn gab es doch einen kleinen Stich.

„Alſo in der That eine Kellnerin!“ ſprach die Röthe, die jetzt ſeine Wangen färbte, die Röthe eines kleinen Verdruſſes.

„Und“, fuhr ruhig der Domherr fort, „die Braut eines Kameraden von Dir, des Lieutenants Becker von Deinem Regimente.“

Da war der junge Freiherr doch überraſcht und frendig überraſcht.

„Louis Becker iſt Ihr Bräutigam, Mamſell? Mein lieber Freund Louis Becker?“