Teil eines Werkes 
3. Band (1867)
Entstehung
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Der Bediente ging.

Der Domherr las den Brief.

„Lieber Onkel Florens! Dürfte ich Dich dringend bitten, recht bald zu mir zu kommen; wenn es Dir möglich wäre, noch im Laufe des heutigen Tages. Ich bedarf Deines Rathes, Deiner Hülfe; ich nicht allein. Deine Karoline.“

„Hm“ ſagte der Domherr, „das muß ſehr dringend ſein, und verzwickt und verzwackt dazu. Das Mädchen hat doch ſonſt ſelbſt Rath, und auch einen reichen Schatz von Hülfe trägt ſie in ſich, für ſich wie für Andere.“

Er klingelte ſeinem alten Johann.

„Bernhard ſoll zurückſggen, daß ich komme, gleich nach Mittag. Du kannſt mir das Eſſen eine Stunde früher beſtellen und dann den Wagen.“

Johann ging wieder.

Er war aber kaum eine Minutt fort, als an die Thür geklopft wurde.

„Herein!“ rief der Domherr.

Er hätte es nicht zu rufen brauchen. Die Thür war ſchon aufgemacht, es trat ſchon Jemand in das Zimmer.

„Guten Morgen, Onkel Florens!“

„Alle Wetter! Guten Morgen, Gisbert! Woher kommſt Du denn?“

„Von Göttingen.“