—5 Reſidenz. Sie hatten dinirt. Der Champagner ſpru⸗ delte noch; Scherz und Witz flogen.
Ein Diener des Grafen trat ein. Er trug einen kleinen ſilbernen Teller, auf dem eine Viſitenkarte lag. Er hielt ſeinem Herrn den Teller hin. Der Graf nahm die Karte, las den Namen und erblaßte leicht. Es war, als wenn er plötzlich, wie man ſagt, einen Stich in das Herz bekommen habe, freilich nur einen leiſen, wie etwa von einer Nadelſpitze. Die ſchöne Dame, die zu ſeiner Rechten ſaß, hatte es ge⸗ ſehen.
„Ein Abenteuer, mein Freund 2“ ſagte ſie.
„In der That, beinahe.“
„Ein Liebesabenteuer?“
„Ein alter Freund.“
„Ah, er darf hierher kommen? Ich liebe die alten Freunde.“
Der Bediente ſtand, auf Antwort wartend. Der Graf ſann nach. Seine Dame, ſeine Freundin lachte. „Er iſt verlegen,“ ſagte ſie zu den Anderen. Er wurde wirklich verlegen. So konnte die Schöne ihm die Karte aus der Hand nehmen, ohne daß er es ge⸗ wahrte. „Alexander Graf H.,“ las ſie laut.


