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„Der Arzt!“ ſagte er. „Ich muß ihn zu der Todten führen. Kehre in Dein Zimmer zurück. Ich komme wieder zu Dir.“
Ich ging in mein Zimmer zurück. Er verließ das ſeinige, und ich war wieder in völliger Stille und konnte frei meinen Gedanken nachgehen. Ich wurde mehr und mehr ruhig. Ich hatte ihr das Wort „Verbrechen“ zurufen wollen. Sie hatte es gewußt. „Sprich es aus!“ hatte ſie geſagt. Ich erwartete mit Schmerzen ihre Rückkehr. Sie kam nicht. Aber etwas Anderes kam. Der Graf kehrte nach einer halben Stunde in ſein Zimmer zurück. Bei ihm war ein Fremder, der Arzt, wie ich bald erfahren ſollte.
„Herr Graf,“ hob ſofort nach dem Eintreten der
Fremde an, „ich habe Sie gebeten, mich hierher zu
führen, weil ich Ihnen etwas mitzutheilen habe, das ich zunächſt nur Ihnen allein ſagen darf.“
Er ſprach mit tiefem, faſt feierlichem Ernſte, mit mühſam unterdrückter Bewegung. Er hatte eine wichtige Eröffnung zu machen.
„Und was wäre das?“ fragte der Graf.
Temme, Criminal⸗Novellen. I. 13


