Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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Karoline Wild lag auf dem Bette in feſtem Schlafe. Sie athmete ſchwer, aber vegelmäßig.

Ihre Geſichtszüge nahmen nach und nach ihre gewöhnliche und ſchöne Form wieder an. Die Farbe blieb ſchneeweiß. Die Arme war um ſo ſchöner.

„Auch der Wein allein iſt es nicht,“ ſagte die Baronin.

„Nein, der Schlaftrunk,“ lachte roh ihr Gatte.

„Und das Herz,“ ſagte die Frau, die trotz ihrer geringen geiſtigen Bildung auf das Frauenherz ſich verſtand.

„Mit den Fremden, die noch kamen, muß es für ſie etwas Beſonderes ſein.“

Die Worte der Frau wurden beſtätigt.

Sie waren in ihr Zimmer zurückgekehrt, um zu berathen, was ferner zu thun ſei.

Es wurde an die Thür des Zimmers geklnpft.

Der Baron öffnete die Thür.

Anna, die Wirthstochter, trat ein.

Sie habe die Herrſchaft noch ſprechen gehört; ſie wolle um Entſchuldigung für die ſpäte Störung bitten.

„Wer ſind die Fremden?“ fragte die Baronin das Mädchen.

Temme, Criminal⸗Novellen. I. 4