—
45
Zu einer böſen That hat man Muth nöthig. Der edle Wein giebt ihn dazu.
„Auf Ihre baldige Hochzeit, meine Liebe!“
Sie ſtießen auch darauf an, und ſie thaten Alle wieder einen tüchtigen Trunk darauf.
Aber in demſelben Augenblicke waren ſie alle Drei bleich geworden, und Karoline Wild mußte mit ihrem kreideweißen Geſichte ihr Glas niederſetzen.
Draußen auf dem Hofe war wieder ein Wagen an dem Hauſe vorgefahren. Es war wieder eine Extra⸗ poſt mit Reiſenden. Der Poſtillon blies; eine Mannes⸗ ſtimme ſprach; zu der Stimme des Mannes geſellte ſich die einer Frau. Der Wagen hielt, die Stimmen ſprachen faſt unmittelbar unter den Fenſtern des Zimmers, in dem die drei Reiſenden ihren Glühwein tranken. Rund umher war die Stille der Nacht; in dem Poſthauſe ſchien ſich ſchon Alles zur Ruhe bege⸗ ben zu haben.
Durch die Stille waren die Stimmen der Spre⸗ chenden unten zu erkennen, ihre Worte zu verſtehen.
„Das Haus iſt verſchloſſen; nirgends iſt Licht,“ ſagte die Stimme des Mannes unten.
Als Karoline Wild dieſe Stimme hörte, erbebte ihr


