Teil eines Werkes 
3. Band (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

223

Jahren mit ſo banger Sorge entgegen geſehen. Daß ſie einmal kommen müſſe, konnte ich es mir ver⸗ hehlen? Sie iſt jetzt in ihrer ganzen Schwere da. Und doch hat die Hand des Herrn gnädig ſie mir leichter gemacht, als ich es mir je gedacht hatte. Erfahren Sie von mir die Wahrheit. Der Wilddieb war nicht der Mörder. Mein Mann iſt es. Eine wilde Eiferſucht auf den unglücklichen Felſener hatte ſchon lange an ſeinem Innern gezehrt, um ſo hef⸗ tiger, je leidenſchaftlicher und dennoch je verſchloſſener er war. Am Abend des Mordes hatte er mich und Felſener belauſcht. Wir hatten auf kurze Zeit den Ballſaal in Holzhauſen verlaſſen und einen Gang durch den Garten gemacht. Felſener hatte mich da⸗ rum gebeten. Er hatte Nachmittags den Brief von ſeiner Mutter erhalten. Er wollte mir ſeinen In⸗ halt mittheilen. Sie hatte ihm ihre Einwilligung zu ſeiner Verbindung mit mir gegeben. Wir drückten uns zum erſten Male als Verlobte die Hände. Welche glückliche Minute war das! Ja, wir liebten uns. Und hinter uns ſtand der Verrath! Am andern Morgen wollten wir meinen Vater um ſeine Einwil⸗ ligung bitten. Wir waren ihrer gewiß.