Teil eines Werkes 
3. Band (1873)
Entstehung
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Der Fremde wollte den ſchönen, feinen Knaben wohl nicht verletzen.

„Es gibt,“ ſagte er, „durchaus kalte Naturen, die eben nur Verſtandesmenſchen ſind, die alſo auch nur mit dem Verſtande ſehen. Die können nun frei⸗ lich für die Schönheit nicht ſchwärmen, gewiß aber ſie begreifen —“

„Mein Herr,“ unterbrach der Knabe den Frem⸗

den, „wer nicht für Schönheit ſchwärmen kann, der

empfindet ſie nicht, und wer ſie nicht empfindet, der ſieht ſie nicht.“

Der Knabe ſprach lebhaft, faſt eifrig.

Der Fremde mußte ihn verwundert anſehen. Mit den melancholiſch blickenden Augen lächelte er bei⸗ nahe.

„Sie ſind ein kleiner Philoſoph!“ ſagte er.

Darüber mußte der Knabe laut lachen.

„Ich ein Philoſoph? Nein, mein Herr, ich bin mehr, und darum freilich in Ihren Augen wohl weniger. Ich kann ſchwärmen, mein Herr, und Sie haben Recht, ein Philoſoph kann nur begreifen, oder beſſer, nur Begriffe machen, auch nur vom Schönen. Ich kannte einen Candidaten der Philoſophie, er war

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