Druckschrift 
Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ein Bote brachte dieſe Kund' uns heute Nacht.

Jetzt ſitzt allein nur Halfdan auf dem Königsſtuhl. Beut ihm die Hand, den Göttern opfre deinen Haß. Dies Opfer heiſchen Balder und ſein Prieſter, ich, Zum Zeichen, daß den Friedensgott du nicht verhöhnſt. Verweicherſt dus, iſt nichtig nur des Tempels Bau, Sind nichtig meine Worte.“ — —

Da ſchritt Halfdan ein, Die Kupferſchwell' hinüber, und mit ſcheuem Blick Trat fern von dem Gefürchteten er hin und ſchwieg. Da löſt den Panzerhaſſer Frithjof von der Seit' und ſtellt des Schildes goldnes Rund hin zum Altar, und bloß von aller Wehre trat zum Feind er vor: „In dieſem Streit,“ mit Freundesſtimme ſprach er ſo,

„Iſt, wer die Hand zum Frieden beut, der Edlere.“

Und roth ward König Halfdan, zog den Handſchuh ab, Ein ſchlug in lang getrennte Hand des Andern Hand,

Ein kräftger Handſchlag, treu und feſt wie Felſengrund. Nunmehr auch nahm des Bannes Fluch der Greis hinweg, Der lag auf Warg i Weum, dem verfehmten Mann.

und als er ſprach, trat plötzlich Ingeborg herein,

In Brautgeſchmeid' und Hermelin; es folgten ihr

Der Jungfraun viele, wie dem Mond der Sterne Schaar. Mit Thränen in den ſchönen Augen ſank ſie hin

Ans Herz des Bruders; dieſer legte nun gerührt

Die Theure hin an Frithjofs treue Heldenbruſt.

Und über Balders Altar reichte ſie die Hand Dem Jugendfreund, dem Heißgeliebten freudig dar. — —