Druckschrift 
Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
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Ingeborg. Wie froh, wie trotzig und wie hoffnungsvoll! Er ſetzt die Spitze ſeines guten Schwertes Der Norne auf die Bruſt und ſpricht: Entweiche! Du armer Frithjof; nimmer weicht die Norne, Sie gehet ihren Gang, lacht Angurwadels. Wie wenig kennſt du meinen finſtern Bruder! Dein offner Heldenfinn begreifet nicht Die düſtre Tiefe ſeines Sinns, ſein Haſſen, Das in der Bruſt, der neidiſchen, ihm glüht. Der Schweſter Hand giebt er dir nie; weit eher

Giebt Preis er ſeine Krone, Preis ſein Leben,

und opfert mich dem alten Oden, oder

Dem alten Ring, mit dem er jetzt im Kampfe. — Wohin ich ſeh, kein Hoffen ſchimmert mir,

Doch bin ich froh, es lebt in ſeinem Herzen.

Für mich behalten will ich meine Schmerzen.

O folget ihm, ihr guten Götter, ihr!

Doch zählen will ich ſeines Armrings Glieder,

Die Monde kürz' ich ſo der langen Sorg.

Zwei, viere, ſechs — dann kannſt du kehren wieder, Doch kehrſt du nicht zu deiner Ingeborg.

Ingeboörgs Klage. Herbſt ſt es nun,

Nimmer die Stürme des Meeres ruhn. Ach, doch vom Hauſe wie gerne

Säß ich noch ferne!

Lange geſehn

Hab' ich gen Weſten das Segel hinwehn. Darf es doch Frithjof auf weiten Meeren geleiten!