Druckschrift 
Die Frithjofs Sage / von Esaias Tegnér ; aus dem Schwedischen von Gottlieb Mohnike
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Doch Freiheit wohnte beim Frieden dort

In froher Einung.

Alle liebten als Vater den Landeshort;

Doch immerfort

Scholl frei auf dem Tinge die Meinung. Dreißig Winter herrſcht' er in Fried und Glück Auf Nordlands Boden;

Betrübt ging Keiner zum Felſen zurück,

Des Volkes Blick

Am Abend ihm Heil erflehte von Oden.

Und König Ring ſchob vom Tiſche den Goldſtuhl fort, Und All' in Freude

Aufſtanden zu hören des Königs Wort

Berühmt im Nord;

Doch er ſeufzte und ſprach in Leide:

„Auf Purpur ſitzet in Folkwangs Luft

Meine Königin droben;

Doch hier iſt das Gras auf ihrer Gruft,

Von Blumenduft

Iſt am Bach der Hügel umwoben.

Nie wird ein Gemahl mir ſo gut, ſo ſchön Dem Reich zur Ehren;

Den Lohn genießt ſie in Walhalls Höhn, Doch Landes Flehn

Und Kinder die Mutter begehren.

König Bele war oft im Saale hier

Beim Lerchenſange.

Er ließ eine Tochter, die wählt' ich mir, Die Lilie ſchier,

Mit Morgenroth auf der Wange.

Zwar iſt ſie noch jung, und die junge Maid Liebt Blumenflocken;

Ich ging in Saat, und es hat geſchneit Schon lange Zeit

In des Königs ſpärliche Locken.

—

—

5