Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Nein,“ erwiederte ſie, „ich — ich hörte Papas Stimme und bat Walburg —“

„Das wußte ich,“ rief Hamilton verdrießlich. „Wal⸗ burg vergißt immer das Salz. Koſten Sie nur ſelbſt und Sie werden ſich überzeugen, daß ich dieſelbe in gegenwärtigen Zuſtande nicht hinunterbringen ann.“

„Laſſen Sie mich verſuchen,“ rief Madame Ber⸗ ger, „ich bin eine vortreffliche Suppenkennerin, habe Kochen und Alles dergleichen gelernt. Laſſen Sie ſehen,“ ſagte ſie, gerade ſo, wie vorher Hamilton, mit dem Löffel ſpielend: „Laſſen Sie ſehen, der Geruch iſt ausge⸗ zeichnet, aber der Geſchmack? — Hm! vielleicht dürfte ein weuig Salz mehr daran ſein, aber — aber ſie iſt doch zum Genießen; nach einigen Löffeln voll bemerkte man das Fehlende kaum, — und“ fuhr ſie fort, indem ſie den Teller zu dem Mund erhob, „wenn man fie raſch hinunterſchluckt, thut ſie bei dieſem kalten Nach⸗ mittag wirklich gut.“

Hamilton lachte; Hildegarde wurde zornig.

„Du magſt dieß für einen guten Witz halten, Lina,“ rief ſie, „aber ich finde es ſehr, ſehr imper⸗ tinent.“

„Nun werde nur nicht gleich wieder ſo zornig, meine Liebe, wegen eines elenden Tellers Suppe,“ ſagte Madame Berger mit malitiöſem Lachen, „es iſt wahr⸗ haftig nicht der Mühe werth. Geh' nur in die Küche und bring' eine andere, und ich verſpreche Dir, ſie nicht anzuſehen.“

„Aber es iſt keine mehr da.“

„Ah bah! als ob ich nicht wüßte, daß zum Abend⸗ eſſen Brühe bei Seite gethan worden iſt.“

„Aber keine wie dieſe,“ rief Hildegarde treuherzig; „Mama und Creſcenz haben ſie zuſammen hergerichtet und ich durfte ſie nicht anrühren, aus Furcht, ſie möchte dadurch verdorben werden.“