Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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bis der Ton des rauſchenden Waſſers ſie allmälig in eine träumeriſche Ruhe verſetzte. Baron Z. war na⸗ türlich der Erſte, der zum Aufbruch trieb.

„Ah, hier iſt ein chalet!“ rief Hamilton, indem er auf einige kleine hölzerne Gebäude auf einem grünen Hügel vor ihm deutete, unter denen ein zweiter Waſſer⸗ fall, natürliche Ciſternen in den Felſen bildend, in Caſcaden von einem zum andern fiel. „Endlich ein chalet!“

„Wir nennen ſie hier Sennhütten,“ ſagte A. Z. „Wenn Männer die Obhut über das Vieh haben, heißen ſie Senner, wenn Weiber, Sennerinnen. Wir wollen dorthin gehen, wo das Mädchen unter der Hüttenthüre ſteht; ſie ſcheint mit unſerem Führer be⸗ kannt zu ſein. Dieſe Sennerinnen,“ fuhr ſie fort, mit einem aufmerkſamen Blick auf diejenige, die ihnen eben Käſe und Butter liefern ſollte, „find der Gegenſtand faſt aller Nationalpoeſie und Lieder hier im Gebirge.“

„Sie würden mich nicht begeiſtern,“ ſagte Hamil⸗ ton lachend. Ich ſehe nichts ſonderlich Poetiſches an ihnen, wenn dieſe eine als Probe dafür gelten kann.“

„Sie verſtehen ihre Gewohnheit und Lebensweiſe nicht,“ ſagte Baron Z. „Ihre iſolirte Lage und pri⸗ mitive Beſchäftigung iſt poetiſch — dieſe Gebirge und endloſen Waldungen find poetiſch — hier iſt Poeſte in dem Laut der Glocke, welcher jede Bewegung der gra⸗ ſenden Kuh begleitet — in dem Klingeln der kleinen Glöckchen, die wie Caſtagnetten die ſchnellen Vewegun⸗ gen der Ziegen bezeichnen.“

„Wahr,“ ſagte A. 3., „und Sie würden dieſes Mädchen mit dem runden Geſicht und den dicken Beinen maleriſch, wo nicht poetiſch finden, könnten wir lang genug hier bleiben, um zu hören, wie ſie ihre Heerde zuſammenſingt, um zu ſehen, wie ſie heute Abend von ihren Kühen und Ziegen umringt iſt.

„Werden wir nicht die Nacht in einer dieſer Hütten zuhringen?“ fragte Hamilton.