Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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„Sie wünſchen vielleicht Papa zu ſprechen, ehe Sie ſich zur Reiſe nach Gräfenberg entſchließen?“

„Ich? — ich habe ganz und gar nicht die Abſicht, dahin zu gehen, mein Fräulein,“ ſagte Hamilton, der nicht einmal genau wußte, wer Prießnitz war, oder wo Gräfenberg liegen ſollte; denn vor zehn Jahren war der Name Prießnitz noch wenig in Deutſchland, und kaum irgendwo in England bekannt.

„Wohl, auf alle Fälle thun Sie am Beſten, mit Papa zu ſprechen: ich weiß, daß er Sie erwartet.“

„Wenn dem ſo iſt,“ ſagte Hamilton, „ſo werde ich ſicherlich ſehr erfreut ſein, ſeine Bekanntſchaft zu machen — nur fürchte ich, der Brief möchte für meinen Vater beſtimmt ſein, da er auswärts Bekannte hat, die mir noch abgehen.“

„Das iſt, denke ich, ganz einerlei,“ ſagte die junge Gräfin, als ſie ihn aus dem Garten führte. „Sie können Ihren Vater wiſſen laſſen, daß Sie uns hier geſehen haben. Papa that es nur leid, daß er Sie nicht zu Hauſe empfangen konnte; aber unſer Haus iſt gegenwärtig nicht zu bewohnen, und ..

„Ah!“ rief Hamilton, hinter ihr die Treppe hin⸗ aufſpringend, „das iſt's gerade, was er in ſeinem Briefe ſagt.“

„Warten Sie hier, bis ich ihm Ihre Ankunft ge⸗ meldet habe,“ ſagte ſie, leiſe an eine der Thüren klopfend, die ſie unmittelbar hinter ſich ſchloß.

Sie kam nicht wieder, aber ein langer, magerer Diener erſchien, um ihn zu dem Grafen Zedwitz in's Zimmer zu führen.

Beim Eintreten bemerkte er, daß auf einem Bette eine Geſtalt lag, die ſo in Teppiche gewickelt und mit Betten zugedeckt war, daß man außer dem Geſicht, über welches der Schweiß in Strömen herabfloß, nichts von ihr ſehen konnte. Ein Leſepult war auf ſeiner Bruſt angebracht, und ein langer Federkiel, feſt zwiſchen die Lippen gedrückt, diente dazu, die Blätter ſeines Buches