Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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dieſen Ebenen, da iſt das Leben ganz anders,“ ant⸗ wortete er, mit ſeiner Peitſche knallend, jedoch, ohne ſeine Pferde zu berühren.

„Ein Tyroler!“ rief Hamilton! o, dann könnt Ihr natürlich Eure Nationallieder fingen. Laßt mich doch einmal eins davon hören!“

„Was hilft's,“ ſagte er achſelzuckend; „es gibt hier doch kein Echo zum Jodeln.“

„Was thut's, verſuchet es auf alle Fälle, und Ihr ſollt zum Mittageſſen ein Ertraglas Bier haben.“

In Folge dieſes gewichtigen Verſprechens „erhob er ſeine Stimme zum Geſang“ und ließ eine Melodie hören, die ohne Zweifel aus der Ferne ſich wohlgefälli⸗ ger gemacht hätte, aber jetzt, da er ſich auf den Kutſchen⸗ ſchlag lehnte und die ganze Kraft ſeiner Stentorlungen Hamilton gerade in's Geſicht ausſtrömen ließ, dieſen beinahe auf ſeinem Sitz zum Wanken brachte.

„Ich danke Euch,“ rief Hamilton eifrig — danke Euch, das mag's thun. Ich habe ſchon lange einen Tyroler Jodler zu hören gewünſcht und bin überzeugt, es muß ſich ſehr hübſch ausnehmen — in den Bergen!“

„Eine ſolche Muſik gibt's nirgends in der Welt,“ ſagte der Kutſcher, als er wieder auf dem Bock Platz nahm, und ſang nun, ſeine Pfeife bei Seite legend, länger als eine halbe Stunde fort, gelegentlich ſich nur durch ein „ha — he — hot!“ das ſeinen Pferden galt, unterbrechend.

Die Gegend war in der That flach, aber reich an⸗ gebaut und wechſelsweiſe dicht bewaldet. Die Ab⸗ weſenheit jeder Mauer und jedes Zaunes gibt der deutſchen Landſchaft im Allgemeinen den Anſchein eines großen Herrſchaftsgutes. Im Weiterfahren erblickten ſie in der Ferne manches hübſche Dorf, während die Berge allmälig deutlicher wurden und die Scenerie mit jeder Stunde an Intereſſe gewann. Wäre der Tag nicht ſo ausnehmend ſchwül geweſen, Hamilton würde darauf beſtanden haben, den Wagen zurückzuſchlagen,

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