Teil eines Werkes 
1. bis 6. Bändchen (1854)
Entstehung
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kehr die Welt in Erſtaunen zu ſetzen beabſichtigte, müſſen aufgegeben werden; denn heut zu Tag kann man von London nach Jericho reiſen, ohne daß man ſo glücklich iſt, etwas zu ſehen, was nicht bereits in den Reiſehandbuchern kurz beſchrieben iſt! Ich glaubte ent⸗ deckt zu haben, warum meinem Bruder John, als ihn der Vater in's Ausland ſchickte, niemals ein unter⸗ haltendes Abenteuer aufſtieß; er ſprach elend Fran⸗ zöfiſch und nicht Deutſch: der arme Junge, ich that ihm großes Unrecht. Denn ſelbſt ich, dem, dieweil ich der Erſtgeborne bin, eine Art natürlichen Anſpruchs auf

Intelligenz zuſteht, — ſelbſt ich, der ich ſechs Jahre

Deutſch gelernt habe und fließend Franzöſiſch ſprechen kann, — ſelbſt ich muß einfältige, allägliche Briefe ſchreiben und anerkennen, daß die Abſaſſung eines Buchs nicht ſo leicht iſt, als ich mir dachte! Ich bin ſeit drei Wochen von Hauſe weg, und mit Ausnahme der glücklichen Erploſion der Dampfmaſchine, nachdem wir Cöln verlaſſen hatten, iſt mir Nichts begegnet, was einer Bemerkung werth geweſen wäre. Ich muß ver⸗ ſuchen, mich unter dieſe Deutſchen zu miſchen, denn das Reiſen durch ein Land, ohne mit einigen ſeiner Einwohner Bekanntſchaft zu machen, mag mich zwar wohl in den Stand ſetzen, über die Schönheit der Scenerie ein Urtheil zu fällen, aber ich bleibe dabei mit den Sitten und Gebräuchen des Volks gänzlich unbekannt. Die Erkines find jetzt noch nicht hier, demnach alle Hoffnungen von dieſer Seite zu Ende. Man ſagt mir, daß die Münchnerwelt auf dem Lande iſt, und ich glaube es, denn nichts kann verlaſſener aus⸗ ſehen, als dieſe Straßen, welche das Weſtend vor⸗ ſtellen. Und bei Allem kann man doch nicht immer nur Gemälde und Statuen ſich anſchauen u. ſ. w.“ Der junge Mann faltete ſeinen Brief zuſammen und ſiegelte ihn mit einem Blick unendlicher Qual, ſteckte ihn dann in die Taſche, indem er etwas von „Selbſt auf die Poſt nehmen, da man ſonſt nichts zu

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