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über die Ohren roth ward und mir das Herz heftiger zu pochen anfing.
Als ſie ſich entfernt hatte, ſetzte ich den Hut auf's Ohr und ſchritt nach der Thüre zu, ſo ſtolz wie ein Pfau und muthig wie ein Löwe; indem ich nichts ſehnlicher wünſchte, als daß einer von den naſeweiſen, unverſchäm⸗ ten Lakaien mir nur im Mindeſten unartig begegnen möchte, daß ich hätte das Vergnügen haben können, nebſt meiner Empfehlung an ſeinen Herrn, ihn tüchtig durchzu⸗ walken. Aber es that mir keiner den Gefallen und ſo zog ich ab und ſpeiste zu Hauſe — geſotten Hammelfleiſch und Rüben ganz friedlich in Geſellſchaft meines Auguſt.
Ich hielt es nicht für paſſend, dieſem — der, unter uns geſagt, ſehr neugierig iſt und gerne viel ſchwatzt — die näheren Umſtände des Familienſtreits mitzutheilen, deſſen Urſache und Zeuge ich geweſen — und ſagte alſo nur, die alte Dame — „es war das Wappen der Drum's“ — ſiel mir Auguſt ins Wort — im Augenblick bin ich hingegangen und habe es im genealogiſchen Hofkalender aufgeſucht — die alte Dame habe herausgebracht, daß ich ein Vetter von ihr ſei und habe mich auf eine Spa⸗ zierfahrt im Park mitgenommen. Den andern Tag gingen wir, wie gewöhnlich, auf unſer Bureau, wo richtig Hoſ⸗ kins die geſtrige Begebenheit bis auf die kleinſten Um⸗ ſtände, ja noch mehr dazu erzählte. Ich that zwar, als wenn ich mir nicht das Geringſte aus der Sache machte; doch muß ich geſtehen, es freute mich einigermaßen, daß die Herrn auf dem Comptoir mit einem Theil meines Abenteuers bekannt wurden.
Wer beſchreibt aber mein Erſtaunen, als ich am Abend nach Hauſe kam und meine Hauswirthin, Frau Stokes, ihre Tochter Selina und der junge Herr Robert Stokes — ein Straßenjunge, der den lieben langen Tag auf den Staffeln an der St. Bride Kirche und in Sa⸗ lisburyſquare mit Steinkügelchen (Schuſſern) ſpielte — als, wie geſagt, alle mit einander jubelnd vor mir her


