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lenleiden ihres armen Alfred, der bittern Vor⸗
wuͤrfe, die er ſich machte, nicht fruͤher gekom⸗ men zu ſeyn, und das gemeinſchaftliche, tiefe Leid zog Anna in kurzer Zeit um ſo viel waͤr⸗ mer und inniger zu ihm hin, daß aus der tiefen Betruͤbniß taglich mehr Gewinn fuͤr die Zufriedenheit ihres Herzens hervorging. Die⸗ ſe Wirkung verſetzte ſie bald in jene ergebene, milde Stimmung, die wohl durchs Leiden noch getrubt iſt, aber nichts mehr von der Bitter⸗ keit der erſten Eindruͤcke weiß, und ſie war
mit ihr im Stande, dem gebeugten Ulfred
Troſt und Aufrichtung zu bieten. Doch, was ſie auch that, wie erfinderiſch auch ihre Liebe war, ſeinem ſchwermuͤthigen Sinnen ihn zu entreißen, es gelang ihr auch nach Monaten nur auf kurze Zeit; er blieb trubſinnig, duͤſter, ungleich, ſelbſt ungleich in den Aeußerungen ſeiner Liebe fuͤr Anna. Oft hing er mit lei⸗ denſchaftlicher Zaͤrtlichkeit an ihr und nannte ſie den Schutzgeiſt ſeines Lebens, ſeinen En⸗ gel, dann verharrte er wieder mehrere Tage in einer Gleichguͤltigkeit und Entfernung, die
Anna ſchmerzlich betruͤbte. Oft ſprach er mit 28


