ihr ein Kaͤſtchen zu geben, daß ich in einem Fach ihres Schreibtiſches finden wuͤrde. „Es enthaͤlt den Reſt meines baaren Vermoͤgens,“ ſagte ſie mir; „nehmen Sie ihn zu ſich; der Mann, aus deſſen Haͤnden ich dieſes Geld empfing, lebt nicht mehr und hat keine andren Verwandten, als mich allein hinterlaſſen. Ver⸗ theilen Sie es, nach Abzug der Koſten meiner Krankheit und meines Begraͤbniſſes, nach Ih⸗ rem Gutbefinden unter die Armen.“
Ich verſicherte ſie der treuen Erfullung die⸗ ſes Auftrages und bat ſie, zu ihrer Stärkung noch einige Tropfen zu nehmen. Sie verwei⸗ gerte es. „Warum ſoll ich,“ ſagte ſie, „den Augenblick noch zu verzoͤgern ſuchen, der mich wieder mit dem vereinigen wird, was ich hie⸗ nieden ſo unendlich geliebt und mit ſo unend⸗ lichem Schmerz beweint habe? Jenſeits finde ich einen gnädigen Richter, einen Vater, der die ewige Liebe ſelbſt iſt; doch der Friede mei⸗ ner Todesſtunde, die Schmerzloſigkeit des letz⸗ ten Todeskampfes iſt noch an irdiſche Beding⸗ niſſe geknuͤpft. — Sie ſind der troͤſtende Le⸗ bensengel meiner letzten Tage geworden, Sie
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