Teil eines Werkes 
12. Band (1830)
Entstehung
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allein dieſe Zeit iſt nicht mehr. So wie der Menſch in Hinſicht auf Farbe und Geſtaltung ſeiner Koͤrper⸗ bildung dem Einfluß des Klima's und der Zonen unterworfen iſt, ſo iſt er es auch, im Bezug auf ſein geiſtiges Leben, dem Einfluß des Zeitgeiſtes, und dieſer im offenen Kampf mit dem blinden Offenba⸗ rungsglauben, der, wenn er ſich nicht auf Vernunft⸗ erkenntniß gruͤndet, nur zu leicht in blinden Unglau⸗ ben ſich wandelt. Die Nichtachtung der Vernunft, das Schmaͤhen ihrer Ausſpruche, das jetzt bei vielen Gelehrten und Laien an der Tagesordnung iſt, thut der Sache, die ſie verfechten wollen, großen Scha⸗ den; die Menge gibt ſich freilich unter der Maske der Fröͤmmelei nur zu gern und zu leicht dem gefähr⸗ lichſten Feind der Religion, dem indolenten Indiffe⸗ rentismus hin, der nach keinen Gruͤnden fragt, weil er kein Beduͤrfniß empfindet, das ihn reizen könnte, ſich mit ſich ſelbſt uͤber ſeine religiöſen Meinungen verſtändigen zu wollen; allein jeder denkende Menſch empfindet in unſern Tagen gewiß lebhaft das Be⸗ duͤrfniß der Uebereinſtimmung zwiſchen den Aus ſpruͤ⸗ chen der Vernunft und den Lehren, die wir als eine übernatuͤrliche Offenbarung Gottes annehmen ſollen, wenn gleich nur wenige von den Gebildeten Zeit Tarnow's Schriften. XI.