Teil eines Werkes 
12. Band (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Renatus an Steinfeld.

ſehr Dein Andenken mich auch freuet, ſo ſehr ſcheue ich mich doch vor der Beantwortung Dei⸗ nes Briefes; denn wie werde ich es vermögen, Dir durch Worte verſinnlichen zu koͤnnen, was nur als ein Seufzer der Sehnſucht und der Inbrunſt in meinem Herzen lebt? wie Dir Wahrheiten darſtellen können, deren Größe der Verſtand nur in dämmern⸗ der Ferne zu erkennen vermag, weil er umnachtet iſt von dem Endlichen? Und doch treibt es mich, Dir Worte zu ſchreiben, die mächtigen Wiederklang in Deinem Geiſte faͤnden, ſo oft dieſer den Stand⸗ punkt fur ſeine Erkenntniſſe verkennt, indem er wähnt, den Gipfel erreichen zu können, der ewig außer ſei⸗ nem Geſichtskreiſe liegen bleiben wird; verdeutlichen mochte ich es Dir als Wahn, wenn Du glaubſt, daß der Menſch zum Hööchſterreichbaren in ſelbſteig⸗ 1 *