Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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Dalindens Schoͤnheit, ihre Anmuth und einfache Beſcheidenheit, erwarben ihr in dem neuen Lebens⸗ kreiſe, in den ſie eintrat, Liebe und Beifall. Das Verhaͤltniß zwiſchen Caroline und ihr erhielt ſich ungetruͤbt in geſchwiſterlicher Gleichheit und im Reize unbedingten Vertrauens. Caroline war die ſchoͤne und einzige Tochter eines ſehr reichen Vaters, und als ſolche von einer Schar von Anbetern und Be⸗ werbern umgeben. Ihr Vater wuͤnſchte ſie verhei⸗ rathet zu ſehen, allein ſie trieb mit allen ihren Lieb⸗ habern harmloſen, heitern Maͤdchenſcherz, bis ſie auf einem Feſte, das der ruſſiſche Geſandte gab, den Grafen Freeſe, einen Kurlaͤnder, ſah.

Freeſe war ein ſchoͤner Mann, weltgewandt und weltverdorben, aus einer angeſehenen Familie, allein ohne Vermoͤgen. Dalinde machte einen hoͤchſt leben⸗ digen Eindruck auf ihn; er tanzte, er ſprach vor⸗ zugsweiſe mit ihr und ließ ſich in der Abſicht, in dem Hauſe, wo ſie lebte, Zutritt zu gewinnen, dem General und Carolinen vorſtellen. Er fand bei Beiden eine verbindliche Aufnahme und ward bald ein gern geſehener, täͤglicher Gaſt im Ebenſchen Hauſe. Dem ſieggewohnten Weiberkenner entging die Neigung nicht, die ſtill, aber mächtig in Caro⸗