Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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Moͤllenhagen.

Mu ſuͤßer Wehmuth habe ich dieſen Ort wieder geſehen, wo ich an der Hand und dem Herzen mei⸗

ner edlen, unvergeßlichen Tante meine Kinderjahre

verlebt habe. Ich war eilf Jahre alt, als ihre Heirath mich in das elterliche Haus zuruͤck fuhrte, da meine Mutter ſich nicht entſchließen konnte, mich ihr in das fremde Land, wohin ſie ihrem Gemahl folgte, mitzugeben; allein ich erinnere mich noch lebhaft des Schmerzes, mit dem ſie mich von ſich ließ, und der Gewalt, die man anwenden mußte, mich von ihr zu reißen. Monate lang konnte kein Spiel, keine Zer⸗ ſtreuung mich erheitern; nur langſam gelang es dem frohlichen Leben unter meinen Geſchwiſtern, mich mit

edieſer Trennung zu verſöhnen, und Du weißt es,

liebe Caroline, wie oft ich der Verlornen gedachte, wie ich an ihr Andenken alles Schoͤne und Gute band, und wie dem reifenden Maͤdchen ſich ihr Bild zum Ideal edler Weiblichkeit immer heller verklaͤrte.