—
thete und begnuͤgte ſich, meine Hand mit einem lei⸗ ſen Drucke an ſeine Lippen zu ziehen. Auch das war bisher nie geſchehen, ich eilte pfeilſchnell in's Haus, und es dauerte lange, ehe ich ihn wieder anzuſehen und ohne Verlegenheit mit ihm zu ſpre⸗ chen vermochte. Wir fanden uns indeſſen wieder zurecht, und dankbar werde ich die Erinnerung dieſes ſchönen Abends bis in mein ſpäteſtes Lebensalter bewahren. e
Es geht doch nichts in der Welt uber ſolch ein häusliches, trauliches Beieinanderſein von gleichge⸗ ſinnten Menſchen, deren Geſpräch ſich in ſolchen ſtil⸗ len Stunden in reinem Vertrauen aus dem Herzen ergießt! Die drei Geſchwiſter waren nie ſo innig mit einander geweſen, und Eliſens Auge ruhte mit dem Ausdruck einer wahrhaft ruͤhrenden Freude oft auf dem Bruder, den ſie, wie ich wußte, bis jetzt fuͤr rauh und unzart gehalten hatte, und der an dieſem Abend den Schatz edler Gefuͤhle und reinen Zartſinnes, den er unter der unpolirten Außenſeite verbirgt, ſchöner verrieth, als er ihn zu zeigen ver⸗ mocht hätte. Es war der gluͤcklichſte Abend meines bisherigen Lebens, und eine ganz neue Liebe fuͤr alle dieſe trefflichen Menſchen ging an ihm in meinem


