Teil eines Werkes 
9. Band (1830)
Entstehung
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plaudern wir ſo ganz ungeſtoͤrt mit einander von ſechs bis zehn Uhr, und nie erſchoͤpft ſich der Stoff zu dieſen Geſpraͤchen. Er iſt auch gar zu lieb und gut, ſo redlich und bieder in allen ſeinen Anſichten, und was ihm meine Achtung und mein Vertrauen, mehr und mehr gewinnt, iſt die zarte Feinheit, mit der er mich behandelt. Die achtungsvolle, nie zur Vertraulichkeit werdende Traulichkeit, mit der er in unſerm haͤuslichen Zirkel mit mir umgeht, wird, ohne ſich zu verlaͤugnen, doch, ſobald Fremde gegen⸗ wäͤrtig ſind, zu einer Ehrerbietung, die mich vor jeder Mißdeutung ſeines Betragens ſchuͤtzen muß. Er weiß mir jede Verlegenheit zu erſparen, und nie kann der Zartſinn des Mannes ein Maͤdchen zu einer ſchonern Sicherheit, einem reinern Vertrauen berechtigen, als ich ihm verdanke.

Ich fuͤhle, daß er mich achtet, daß er mir wohl will, daß er mich huͤbſch und liebenswuͤrdig findet, aber nie hoͤre ich eine Schmeichelei von ihm, nie ähnelt ſein Betragen dem, was man Cour⸗ machen nennt, und was mich in dem Verhältniß, worin wir zu einander ſtehen, auch auf das Aller⸗ ſchmerzlichſte verletzen wuͤrde. Ich muͤßte daher auch das undankbarſte, gefuͤhlloſeſte Geſchoͤpf von der