ältere und ernſtere erſcheine. Ihr Mann, der Ba⸗ ron Ehrenfels, iſt eben ſo verſtaͤndig als rechtſchaffen und angenehm. Ich ehre ihn wie einen Vater und liebe ihn wie einen Bruder. Die alte Frau, in ihrer altväteriſchen Kleidung, mit der ſchwarzen Kloſterhaube und dem Schleier daruber, iſt eine ehr⸗ furchtgebietende Erſcheinung, die aber, ſobald man ſie und ihre einfache Guͤte näher kennen lernt, ſchnell das Herz gewinnt.
Der Einzige von der Familie, uͤber den ich mit meinem Urtheil noch nicht ganz auf's Reine bin, iſt der Bruder der Baronin, Aloys von Walden, ein junger, kaum vier und zwanzigjaͤhriger Mann, der, da ſein erſt ſeit einem Jahre von ihm bewohntes Gut an das unſte grenzt, täglich hier iſt, und ge⸗ wohnlich den Abend bei uns zubringt. Man fuhlt ſich verſucht, Hoͤheres in ihm zu ahnen, als er zeigt. In Geſellſchaften und im Anfang einer Be⸗
kanntſchaft erſcheint er unbedeutend. Was aber ſehr fur ihn ſpricht, iſt die ſittige, faſt ehrerbietige Hoͤf⸗
lichkeit, mit der er mich ſeit der Minute meines Eintritts in dieſe Familie behandelt; denn gewiß der Mann, der unſer Geſchlecht wahrhaft ehrt, iſt gut und unverdorben. Sein Weſen iſt zuweilen
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