Teil eines Werkes 
7. Band (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 234 —

Es iſt nicht mehr als billig, daß die Frau dem Manne von der Verwendung des ihr zur Wirth⸗ ſchaftsfuͤhrung anvertrauten Geldes Rechnung ablegt, und jede verſtaͤndige Frau wird von ſelbſt ſuchen, ihr Haushaltungsbuch in ſolcher Ordnung zu fuͤhren, daß die Ueberſicht ihrer Ausgaben klar und leicht aufgefaßt werden kann; eben ſo wenig iſt es zu for⸗ dern und zu wuͤnſchen, daß der Mann die Frau in Anſehung ihres Taſchengeldes ſo unabhaͤngig mache, daß ihm nicht die Macht bleibe, ſie durch ein Ge⸗ ſchenk zu erfreuen und zu verbinden; aber viele Mäaͤnner des Mittelſtandes haben die Gewohnheit, ſich entweder das Geld zu den taͤglichen Ausgaben einzeln abfordern zu laſſen, was denn die Frau durchaus zur Magd erniedrigt, oder ſie ſetzen auch wohl ein beſtimmtes Wochengeld aus, halten es aber für klug, die Frau in Hinſicht der Ausgaben fur ihre perſoͤnlichen Beduͤrfniſſe ganz von ſich abhaͤngig zu erhalten. Beide Handlungsweiſen ſind eben ſo unwürdig als verderblich, und fuͤhren die Frau auf den Punkt der Nothwendigkeit, den Mann zu uͤber⸗ liſten und daran die Freude zu finden, die der Un⸗ terdruckte immer empfindet, wenn er den Unterdruͤcker