Teil eines Werkes 
6. Band (1830)
Entstehung
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nicht froh glucklich zu ſehen; ſie hielt ſeine Stim⸗ mung aber nur fuͤr Trauer uͤber die Kraͤnklichkeit ſeiner Braut und troͤſtete ihn und ſich mit der Hoff⸗ nung, dieſe in Heiterkeit und Licbe bald neu erbluͤ⸗ hend und den Freund dann in ungetruͤbter Zuftrie⸗ denheit, des Beſitzes der Geliebten ſich erfreuend, zu wiſſen.

Treuburg's Seele war ſtark; er erprobte es in der Stunde ſeines Abſchieds von Thereſen, die fur ihn zur ſchweren, edel beſtandenen Pruͤfungsſtunde ward. Bei ſeiner Ankunft in M. fand er Sophie ſelig begluͤckt; aber matt, kraͤnklich und, als Folge jenes noch nicht ganz gehobenen Uebels, aͤngſtigend reizbar und verletzlich. Es war die Geliebte ſeiner fruhern Jahre, die ſich mit Geſundheit, Jugendbluthe, mit unendlicher Liebe und Treue unverlierbare Rechte auf ihn erworben hatte; aber auf Gluͤck durfte der ſechsundzwanzigjaͤhrige, bluͤhend ſchoͤne Mann, mit der friſcheſten Empfaͤnglichkeit fuͤr Lebensluſt und Lie⸗ besgluͤck, an der Seite des vierundzwanzigjahrigen, kraͤnklich verbluͤheten Maͤdchens nicht hoffen, da auch ihr Geiſt, wie dies bei dem Eintritt in reifere Jahre ſo oft bei dem weiblichen Geſchlechte der Fall iſt, auf eine unerklaͤrliche Weiſe mit der Jugend gewelkt war.