Teil eines Werkes 
5. Band (1830)
Entstehung
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gend nur die Kränkung dieſes Verdachts empfand. Ohne allen Umgang, ohne Buͤcher, ohne irgend eine Erheiterung, irgend eine wohlthuende Abwechſelung und Anregung vernichtete der Druck eines ſolchen Daſeins jede Annehmlichkeit ihres Weſens.

In der erſten Zeit nach ihrer Krankheit blieb ihre Seele noch in einem Fieberzuſtande und ihre Schwäche gab ihr das Recht, ſich mit ihrem Schmerze immer vertrauter zu machen. Sie hatte ja kein Weſen, bei dem ihre Seele Troſt ſuchen konnte, als bei ihm, an den ſie immerfort denken mußte; aber dieſe immer tiefer werdende Aufregung ihres Gefühls ward ihr zu Giſt; allmählig erſtarb ihre Denkkraft; ihre Seele wurde tödtlich matt, und dieſe Erſchoͤpfung ihrer geiſtigen Kräfte veraͤnderte gänzlich ihren Charakter. Das Leben war ſo ſtrenge, ſo hart gegen ſie, daß ſie es gegen ſich ſelbſt auch werden zu muͤſſen glaubte; es erſchien ihr ſträflich, ſich noch ſchonen, ſich noch hinhalten zu wollenz ſie fuͤhlte ſich im Gegentheile verſucht, die Schoͤpfung ihres feindſeligen Geſchicks zu vollenden und dem Verhaͤngniß, das ſie verderben wolle, zu helfen.