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5. Band (1830)
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Hier lag ſie viele Wochen lang und nur der Naturkraft allein zur Heilung uberlaſſen, da in dem Städtchen kein Arzt zu haben war. Ihr Geld war in den erſten vierzehn Tagen ausgegeben; es fand ſich aber gluͤcklicherweiſe Gelegenheit zum Verkauf des groͤßten Theils ihrer Kleider und Wäſche, dieſer letzten Ueberbleibſel beſſerer Zeiten, ſo daß ſie, als ſie endlich von dem Krankenlager erſtand, ſich auch hierin auf das Nothwendigſte beſchränkt fand.

Nichts idealiſiren die Vornehmen und Wohl⸗ habenden dieſer Welt ſich mehr, als die Sorge und das Elend der Armuth . Erblickten ſie dieſe je in ihrer ganzen gräßlichen Nacktheit, ſo wuͤrde das Menſchenherz ſich ſchaudernd entſetzen, daß eine ſolche gewaltſame Ertödtung der geiſtigen Wuͤrde des Men⸗ ſchen unverſchuldetes und doch unvermeidliches Schick⸗ ſal werden kann. Es iſt aber ein nicht genug beob⸗ achtetes, finſteres Räthſel alles Menſchendaſeins, daß das Elend uns feſter und unaufloͤslicher an un⸗ ſere Exiſtenz ſchmiedet, als es der Vollgenuß aller Erdenfreuden zu thun vermag. Wer je in die Tiefe der Duͤrftigkeit und der bittern Armuth hinabgeblickt hat, wird auch die Richtigkeit dieſer Bemerkung