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In dieſem Zeitpunkt kam der Graf Adlerſtein auf ſeine Guͤter zuruͤck. Er hatte die großere Hälfte ſeines Lebens als Geſandter an den glaͤnzendſten Hoͤfen Europa's zugebracht; jetzt, in ſeinem ſechzigſten Jahre, wo ſeine Kränklichkeit ihm den Genuß des Weltlebens verleidete, zog er ſich auf ſeine Guͤter zuruͤck. Von Natur edel geboren, hatte er, ver⸗ flochten in dem Labyrinth einer herrſchſuͤchtigen Po⸗ litik und verworrener Weltverhaͤltniſſe, es fruͤh ein⸗ ſehen lernen, wie viel leichter und ſichrer es in un⸗ ſern Staaten iſt, durch Dienen und Schmeicheln, als durch wahren Werth und Aufopferung fuͤr Andre zu ſteigen, und ſo tödtete die ſtrenge Schule der Welterfahrung in ihm die zarten Bluͤthen der Hu⸗ manitaͤt und lehrte ihn, das Herz in der Berech⸗ nung ſeines Willens und ſeiner Thaten nicht zu achten. Der Wachsthum an Klugheit und Anſehen erſchien dem fein gewandten Weltmann bald aus⸗ ſchließend als der einzige Wachsthum an geiſtiger Kraft, den es im Leben der Muͤhe lohne zu erwerben.
Auf dieſem Wege ward er ſehr geiſtreich und gebildet; allein ihm fehlte doch jener Sinn fuͤr Wiſſenſchaft, jene Liebe zu den Muſen, die dem Staatsmanne wie dem Hoͤflinge auf ihrer zerſtreu⸗


