angenehme Lage am ufer eines mit Holz bekränzten Sees, und dieſer Aufenthalt wurde fuͤr Natalie zur Quelle eines ihr ganz neuen Genuſſes, der ihr Herz mehr befriedigte, ſie ſtiller und in ſich heitrer machte, als Alles, was ihr bis dahin geboten war. Wei⸗ nend ſchlich ſie am Morgen der Abreiſe im Garten umher, und kuͤßte verſtohlen die Blatter und Blu⸗ men der Gaͤnge und Lauben zum Abſchied. Mit jedem Monat wurde in der Stadt das Bild der zu Foſerin verlebten Zeit in ihrer Seele heller, und mit froher Sehnſucht erwartete ſie im folgenden Jahre die Reiſe dorthin. Der Sommer kam, und mit der erſten kindlich frohen Empfindung ihres Lebens hoͤrte ſie den Tag zur Abreiſe beſtim⸗ men, und ſah die Koffer packen. Der Wagen fuhr vor — Alle waren ſchon eingeſtiegen; nur Natalie ſtand noch am Schlage, als der Vater ganz uner⸗ wartet das harte Wort ſprach: ſie ſoll nicht mit! In's Auge der Mutter ſtieg eine Thraͤne. Natalie fuͤhlte ſich durch dieſen despotiſchen Befehl aͤngſtlich beklemmt — ohne jene Thraͤne der Mutter wäre ihr Herz daran verſteinert. — Jetzt trat ſie mit der unbeweglichen Miene, die ihr den Augen des Vaters gegenuͤber die lange Uebung ihre Gefuͤhle zu ver⸗
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


