Amme ihr verſtandloſes, nur vom Inſtinct geleitetes Leben fuͤhrte, ohne daß ſie ihm den lebhafteſten Wi⸗ derwillen zeigte. Erbittert daruͤber, wollte er ihre Neigung erzwingen, und ihr — wie viele Thränen und Fluͤche erzeugte nicht ſchon dieſer noch bei vie⸗ len Eltern geltende Begriff! — den Sinn brechen. Die Ruthe wurde die Zuchtmeiſterin Nataliens, ſo oft ſie bei ſeinen Liebkoſungen weinte, und die Wir⸗ kung entſprach natuͤrlich dem gewählten Mittel: die Abneigung der Kleinen wurzelte tiefer, und als er ſie einſt in ihrem dritten Jahre zwang, bei Tiſch neben ihm zu ſitzen, und bei hundert kleinen Poſſen, die ſie auf ſein Geheiß vornehmen mußte, freundlich zu bleiben, erlag die zarte Natur dem unzart ange⸗ ſtrengten Geiſte, und ſie brachte den Reſt des Tages in Verzuckungen und Krämpfen hin. Die Mutter, aͤußerſt duldſam und nachgebend, konnte nur von ihrer ſo ſchmerzlich aufgeregten Mutterliebe den Muth erhalten, ihrem Gatten Vorwuͤrfe zu machen, die vielleicht jetzt, nach ſo oft und ſo lange unterdruͤck⸗ tem Gefuͤhl, zu unfreundlich wurden Dies und die eigne unangenehme Empfindung, mit der er an Nataliens Wiege den Convulſionen zuſah, die ihren Lebensfaden zu zerreißen drohten, wirkten wie oft im
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