Teil eines Werkes 
2. Band (1830)
Entstehung
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zuweilen ſonderbar, wenn ich mich dem ſchoͤnen, geiſtreichen, witzigen Geſchoͤpfe gegenuͤber ſehe, mit ihr ſcherze, lache, lieble, plaudere, und es mich dann auf einmal uͤberfällt, daß ſie mein werden ſoll, mein Weib, mein Eigenſtes und Theuerſtes auf Erden! Ach, Leo, im Begriff auf immer von mir zu ſcheiden, erwachen ſie noch einmal wieder, jene Traume, von wahrer, heißer, den Tod und das Leben beſiegender Liebe, und mich duͤnkt, ich wolle Alles darum geben, meine ſchoͤne Braut mit, wenn ſie mir je mehr als Traäume geworden waͤren. Dann aber ſchelte ich mich, und ſage mir ſtrenge und ernſt, wie ein ſolches idealiſches Streben und Sehnen nach dem Unmöglichen und Unerreichbaren den Mann erniedrigt, und ſeine Kraft in weibiſche Beduͤrftigkeit und Schwäche aufloͤſt. Die Liebe iſt ihrer Natur nach keine Leidenſchaft, und wir thun ihr und uns Gewalt an, wenn wir ſie dazu erhe⸗ ben. Treue und Beſtaͤndigkeit ſind bei beiden Ge⸗ ſchlechtern nur ein Werk der Gewohnheit oder der Vernunft, aber nie der Empfindung. Wenn der Zufall ſich nicht zu feindlich in's Spiel miſcht, ſo koͤnnen Pflicht und Ehre einen Mann treu erhalten; doch ſein Herz wird ſtets mit dem Reiz der Meuheit