Teil eines Werkes 
2. Band (1830)
Entstehung
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mich in einen Traum einzuwiegen, der mein Daſein ſuͤß, ſchnell und ſpurlos, wie ein Kuß, mit ſich fortfuͤhrte. Ich war jung und kuͤhn genug, mich uͤber Manches wegzuſetzen, was in einer beſchraͤnkten Lage kleinmuͤthig und kraftlos macht, und meine jugendliche, friſche Lebensluſt und Lebensuͤppigkeit ward mir, ſelbſt von ſtrengen Cenſoren der Sitte, als etwas nachgeſehen, das meinen Stand und mein Alter ſehr gut kleidete. Noch nicht 18 Jahr alt, war ich ſchon Major und Kammerherr; mein Ehrgeiz, dieſer kalt brennende Geiſt, begann ſein Spiel. Du kennſt ja unſern Hof und die hohe geiſtige und verfuͤhreriſche Bildung, die die Weiber hier auszeichnet, und ihnen auf alle Geſchäfte ſo bedeutenden Einfluß verſchaffſt. Was Wunder alſo, daß ich mich ihrem Dienſt faſt ausſchließlich ergab, da ihre Gunſt mir eine glänzende Laufbahn öffnete und die Schwierigkeiten derſelben ebnete. Im Laufe we⸗ niger Jahre erhielt ich ein Regiment, mehrere Or⸗ den, und ward zum Oberadjutanten des Koͤnigs er⸗ nannt. Das Alles wirkte auf mich, wie ein Rauſch, und auch noch iſt der Fortgang auf dieſer Bahn das Einzige, fuͤr das ich Intereſſe bewahre. Alles Andere hatte ich bald bis zum Widerwillen ausgekoſtet.