zu ſich und traf alle Anftalten, die erforderlich wa⸗ ren, den Todesblitz auf die zuruͤck zu ſchleudern⸗ die ihn zu verſenden gedachten. Dann trat er in der Dunkelheit des Abends, tief in ſeinen Mantel verhuͤllt, den Gang an, der nicht uber den Werth und den Gehalt ſeiner That, wohl aber uͤber die Heilſamkeit ihrer Folgen entſcheiden mußte.
Ruhelos ging Olaf, allein mit ſeinem Gewiſ⸗ ſen, in ſeinem Gemach umher. Leo's Anblick hatte mit ganz neuer Schaͤrfe alle Stacheln der bitterſten
und ſchmerzlichſten Reue in ſein Herz gedruckt; in ſeinem waͤrmſten Lebensblut haͤtte er ſich rein wa⸗ ſchen moͤgen von der Beleidigung des Freundes, der die erſte, die heiligſte Liebe ſeines Herzens, an den er mit allen frommen und ſchoͤnen Regungen des menſchlichen Gemuͤthes ſo unzerreißbar gebun⸗ den war, daß er ihn nicht aufgeben konnte, ohne der Tugend ſelbſt für immer zu entſagen. Da hörte er auf der geheimen, nur ſeinen Allervertrau⸗ teſten zugaͤnglichen Treppe, die in dies einſame Ge⸗ mach fuͤhrte, Männertrittez erſchrocken horchte er auf; die Thuͤr öffnete ſich; Leo ſtand vor ihm.


