Teil eines Werkes 
1. Band (1830)
Entstehung
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allen Qualen eines boͤſen Gewiſſens verſtort; jede Siegesnachricht von Leo's Heer hatte wie ein Schre⸗ ckensruf der Rachefurien ſein Herz getroffen. Die Reue, des Freundes Lebensgluͤck ſo unheilbar vergif⸗ tet zu haben, nagte an ſeinem Leben; ſie hatte ſein edles Selbſtgefuͤhl getoͤdtet, ſeinen Muth gebrochen

und dagegen in ſeiner Seele Furcht und Argwohn

und Zaghaftigkeit erzeugt. Mehr als den Tod ſcheuete er die Ruͤckkehr Leo's, und doch wußte er keinen Vorwand zu finden, dieſe laͤnger verzögern zu konnen.

Langſam näherte ſich Leo den Thoren der Re⸗ ſidenz. Duͤſter war es in ſeiner Seele, und ein ſtil⸗ ies Grauen ſchlich auch vurch alle Feſtlichkeiten, die man zu ſeinem und ſeines Heeres Einzug bereitet hatte. Die Freude des Volkes war zu ſtuͤrmiſch, das Willkommen der Edlen zu ernſt, zu bedeutungs⸗ ſchwer, um ihm nicht den Brief ſeiner Mutter, ber auf ſeinem Herzen ruhete, zuruͤckzurufen und ihn zu mahnen, die Kraft ſeiner Seele zu ſammeln, um den Blitz zu beſtehen, der aus dieſer unſichtbaren und doch ſo druͤckend ſchwuͤl empfundenen Wetter⸗