Teil eines Werkes 
1. Band (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

183

lichkeit die beſſern Empfindungen ſeiner Seele nicht ſo erſtorben, daß er nicht die elende Nichtigkeit des Genuſſes zu fuͤhlen vermochte, dem er alle edlern Guͤter des Lebens aufgeopfert hatte. An ſeiner Ver⸗ bindung mit der ihm verlobten Prinzeſſin hing das Wohl ſeines Reiches; allein das ritterliche Ehrgefuͤhl des Mannes ſiegte in ihm uͤber alle Ruͤckſichten der Staatskunſt, die dem Koͤnig Pflicht waren, und er ſandte Arbino zu Olga, ihr ſeine Hand anzubieten. Ein Blick der tiefſten Verachtung war ihre Ant⸗ wort.Kein beſcholtenes Weib, ſprach ſie,darf den Thron meines Vaterlandes beſteigen, und ich habe das Recht, mich ſelbſt achten zu duͤrfen, noch nicht bis zu der Verachtlichkeit verſcherzt, je meinem Verderber die Hand zum Lohn fuͤr ſeine Schandthat zu reichen. Sagt das Eurem König.

Hlafs Leidenſchaft fuͤr Olga war nicht ganz unbemerkt, nicht unbeobachtet geblieben; Guſtava, die, glͤcklich in dem Ruhme ihres Sohnes und den freudigen Siegesnachrichten, die als ſeine Boten zu ihr kamen, einſam auf Tonsberg lebte, erfuhr aus treuem Warnemunde genug, um ſie wachſam zu