Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 6. Abtheilung, Der Geiz : drei Bändchen (1851) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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„Meine Pathin, dieſes Geld 4

„Dieſes Geld?“

„Ich habe es nicht mehr. Es bleiben mir nur noch ein paar Sous.“

„Und Deine zwei Zehnſousſtücke?“

„Meine Pathin . . .“

„Wirſt Du mir antworten? Deine zwei Zehnſous⸗ ſtücke, wo ſind ſie?“

„Ich ich weiß nicht,“ antwortete erröthend das Mädchen, das ſich die Ausgabe für ſeinen Briefwechſel mit Louis zum Vorwurfe machte. „Dieſe kleinen Stücke wer⸗ den aus meiner Börſe geſchlüpft ſein, und ich habe ſie nicht wiedergefunden.“

„Du lügſt, Du errötheſt.“

„Ich verſichere Sie

„So iſt es,“ ſprach die Kranke mit einem hoͤhniſchen Kichern, „während ich hier auf einem erbärmlichen Lager vor Noth vergehe, biſt Du hingelaufen, um Kuchen zu naſchen.“

„Ich, mein Gott!“

„Fort von hier! laß mich vor Hunger erepiren, wenn Du willſt, aber daß ich Dich nicht ſehe!“

Und auf das Aeußerſte getrieben durch das herbe Gefühl des Leidens und eines mit unabläßiger Erbitte⸗ rung ihr anklebenden Unglücks, fügte die Kranke, in ein höhniſches Gelächter ausbrechend, bei:

„Es liegt Dir wohl daran, mich dieſe Milch trinken zu machen! Es iſt vielleicht etwas darin, ich bin Dir ſo ſehr zur Laſt!“

Bei dieſer mehr noch unfinnigen, als grauſamen An⸗ ſchuldigung blieb Mariette einen Augenblick verblüfft, denn ſie begriff nicht ſogleich den Sinn dieſer entſetzlichen Worte; als ſie ihn aber begriffen, wich ſie voll Schrecken die Hände faltend zurück; dann ſiel ſie, ohne daß ſie ihre Thränen mehr zurückhalten konnte, einer unwiderſtehlichen Bewegung nachgebend, der Kranken um den Hals, um⸗