Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 7. Abtheilung, Die Schlemmerei : zwei Bändchen (1852) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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bigen, welche auf dem Vorplatze der heiligen Orte ihre beſcheidene oder reiche Gabe niederlegen; doch warum bringt man nicht auch in dieſen glänzenden Kaffeehäu⸗ ſern, wohin die Glücklichſten des Tages kommen, um ihre raffinirten Neigungen zu befriedigen, einen Stock von verſelben Art an einer ſehr in die Augen fallenden Stelle an, mit der einfachen, ach! nur zu bezeichnenden Inſchrift: Für die jenigen, welche Hunger haben!

Der Doctor hat Recht! riefen die Gäſte,der Gedanke iſt vortrefflich, jedes große Etabliſſement würde täglich eine ſchöne Einnahme bringen.

Und die kleinen Etabliſſemens auch, erwiederte der Doctor.Oh! glauben Sie mir, meine Freunde, derjenige, welcher ein beſcheidenes Mahl macht, fühlt ebenſo wie der reiche Gaſtronom jene Art von rück⸗ wärts ſchauendem Mitleid, das aus einem befriedig⸗ ten Bedürfniß oder Vergnügen entſteht, wenn man an diejenigen denkt, welche der Befriedigung dieſes Be⸗ dürfniſſes oder dieſes Vergnügens beraubt find. Ich faſſe nun meinen Gedanken kurz zuſammen: Wollten alle Eigenthümer von Reſtaurans und Kaffeehäuſern

meinen Rath befolgen, ſich mit den Mitgliedern der

Wohlthätigkeitsanſtalten verſtändigen und an einem in die Augen fallenden Orte ihre Stöcke mit den Worten: Für diejenigen, welche Hunger haben, auf⸗ ſtellen, ſo bin ich feſt überzeugt, daß ſie, ſei es aus Wohlthätigkeitsſinn, ſei es aus Stolz, ſei es aus Ach⸗ tung für das Urtheil der Menſchen, reichliche Almoſen in dieſe Stöcke regnen ſehen würden. Und dann wird der ſelbſtſüchtigſte Menſch, der einen Louis d'or oder mehr für ſein Mittagsbrod ausgegeben hat, unwillkür⸗ lich von einem peinlichen Gefühle, von einer Art von Unluſt beim Anblicke der Leidenden ergriffen. Ein freige⸗ biges Almoſen würde ihn in ſeinen eigenen Augen ab⸗ ſolviren, und aus dem geſundheitlichen Geſichtspunkte.